Dienstag, 31. Juli 2012

Buchkritik - "Cool Hunter" - Scott Westerfeld

Hey Leute,
ich hör auf, Songtexte zu posten. Songtexte sind nämlich pures Abschreiben und Nachmachen, genau wie schauspielern. Wer mir das geflüstert hat? Scott Westerfeld in seinem Buch "Cool Hunter". Darin geht es um den 17-jährigen Hunter Braques, ein Cool Hunter (Typen, die den sogenannten Innovatoren ihre Looks klauen und sie beliebt machen), lernt die Innovatorin Jen kennen, mit der er die so ziemlich geilsten Schuhe auf der ganzen Welt entdeckt. Dummerweise sind diese Schuhe geheim und sollen das auch bleiben, weshalb ein Muskelprotz, eine Fehlende Schwarze Frau und Schurke Nr. 3 versuchen, zu den beiden Kontakt aufzunehmen. Sie laden sie auf eine Party ein, auf der so einiges nicht stimmt. Die Elite von Manhattan wird vollkommen bloßgestellt, ohne dass sie es weiß. Falsche Werbespots werden gezeigt und merkwürdige Lichtblitze sorgen für Kopfschmerzen ...

Der Ich-Erzähler Hunter vermeidet es grundsätzlich, Markennamen aufzuschreiben. Er beschreibt sie lediglich (" [...] von einer Marke, die wie eine angebissene Frucht aussieht"). Das ist eine coole Idee und ich dachte, das sollte erwähnt werden.

Der Autor Scott Westerfeld ist hauptsächlich für sein Buch "Ugly - Verlier nicht dein Gesicht" und die darauffolgenden Bände "Pretty - Erkenne dein Gesicht", "Special - Zeig dein wahres Gesicht" und "Extra - Wer kennt dein Gesicht" bekannt. Er schafft es irgendwie, auch die langweiligsten Szenen interessant darzustellen, egal ob er aus der Sicht eines unsicheren Siebzehnjährigen, eines schüchteren Mädchen, einer nicht sehr hellen Schönheit oder einer gefährlichen Schönheit schreibt. Außerdem hat er eine unglaubliche Fantasie und seine Geschichten haben immer so etwas wie eine Moral, die mit der Realität zu tun hat.

Dieses Buch stimmte mich nachdenklich. Hunter erwähnt eine "Coolness-Pyramide". Auf der obersten Stufe stehen die Innovatoren, diejenigen, die sich alles ausdenken. Darauf folgen die Trendsetter. Sie klauen den Innovatoren die Ideen, aber da sie cool sind, werden sie von der nächsten Stufe kopiert: den ganz normalen Leuten. Auf der untersten Stufe hocken die Stehengebliebenen. Das sind die, die immer das tragen, was zu ihrer Highschoolzeit in war.
Und ich frage mich, wo stehe ich? Ich bin alles, außer Trendsetter: Manchmal hab ich eigene Ideen, manchmal kopiere ich die Frisur oder den Nagellack von Leuten aus Zeitschriften oder Videos. Aber eigentlich bin ich auch stehengeblieben: Hauptsächlich trage ich das, was ich cool finde. Zum Beispiel sind Chucks laut der Bravo schon seit zwei Jahren out, und ausgelatschte erst recht schon immer. Na und? Ich liebe meine löchrigen, lila karierten, dreckigen Chucks einfach! Das Buch hat mir eigentlich gezeigt, dass Coolness eine Illusion ist. Ich wüsste einige, die das mal wissen sollten ...!

Bis dann!
Eure Leonyyy

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